Sprint ÖM + 6.AC (1. Oktober 2011)

7.AC Ultralong (2.Oktober 2011)

 

Lorbeeren für Athleten und Wetter

 

Mit gemischten Gefühlen verfasse ich diesmal einen Bericht über ein Orientierungswochenende in Freistadt bei den Naturfreunden Linz.

Zum einen gibt es Jubel über die tollen Leistungen der kleinen Tiroler Abordnung, aber zum anderen stimmt mich einiges nicht gerade euphorisch.

Aber alles der Reihe nach:

Das kleine Städtchen Freistadt mit dem fein gestalteten Festungsgraben rund um den alten Teil und dem schmucken Hauptplatz ließ die Herzen von Sprintliebhabern höher schlagen, weil das Flair hier wirklich etwas ganz  besonderes ist. Jeder freute sich auf seinen Lauf und tourte mit Begeisterung durch die Gässchen, Stiegen und parkähnlichen Anlagen. Mit der 4:000er Karte und einer schnellen Bahnlegung konnte man so richtig gut fegen. Kurzhosig und kurzleibig, bei sommerlichen Temperaturen! Welch ein Genuss!

Idealste Bedingungen also. Diese verwandelten Johannes Wechselberger, Helga Eder, Martina Kogler, Sissi Prettner, Korbinian Salvenmoser, Irina aus Litauen und Adrian in eine goldene (Johannes), fünf silberne und eine blecherne (Adrian) Medaille.Sehr, sehr gut gemacht! Lediglich HG und ich konnten da nicht mitmischen. HG, weil Mr. PC ihn ständig an den Sessel kettet und ich, weil die Beine sich wieder mal selbständig machten und nicht auf den Kopf warteten.

Gemeinsam freuten wir uns auf eine schöne Siegerehrung. Aber da erlebte ich die erste Enttäuschung an diesem Wochenende. Da war leider nichts zu spüren von ein wenig Feierlichkeit, von wertschätzender Ehrung hervorragender Leistungen, von echter Freude und Begeisterung. Eine ziemlich schlechte Lautsprecheranlage verkündete mit blechern tönender Stimme des Speakers die Namen der Preisempfänger. Kein Podium, kein Siegerpodest… kurz dastehen, einen Preis in die Hand gedrückt bekommen, im Publikum untertauchen…das war’s. Als man einem 10jährigen Buben dann die Bronzemedaille so zwischendurch wieder kaltblütig abnahm, weil sich ein Fehler eingeschlichen hatte, da musste nicht nur dieser mit den Tränen kämpfen. Ein bisschen mehr Feingefühl zeigen! Bei so schönem Ambiente würde sich eine herzlichere Siegerehrung wunderbar zelebrieren lassen! So schade!

An diesem Abend gab’s noch eine weitere unangenehme Überraschung, aber über diese können wir Gott sei Dank lachen. In der von außen recht verheißungsvollen Turmherberge erwartete uns eine sturmfreie Bude, in der allem Anschein nach, die Mäuse schon längere Zeit Kirchtag hatten. „Nichts für Warmduscher“, stellte HG schmunzelnd fest. Wie recht er doch hatte, warmes Wasser gab’s tatsächlich keines. Dafür aber, zu Sissis Leid, allzu frühe Bettruhe.

Fenster auf, sich in den Schlafsack verkriechen, Augen und Ohren zu, sich intensiv vorstellen man liegt auf einer feinen Matratze, dann können wir dem ungemütlichen Turm schnell entfliehen.

Am Sonntag gingen wir fröhlich und beschwingt und vor allem hochmotiviert in das nächste Rennen. Eine Einerstaffel mit drei kurzen Schleifen und zweimaligem Kartenwechsel erlaubt sich Ultralong zu nennen?!? Aha! Bin ja gespannt!

Ein Pistolenschuss schickte alle Teilnehmer einer Alterskategorie/ Laufkategorie gleichzeitig, in, logischerweise, drei verschiedene Richtungen los.  Verwöhnt von einer erst kürzlich genossenen, gut durchdachten Hermann Ultralongbahn mit längeren Teilstrecken zwischen einzelnen Posten, war ich von dieser Naturfreunde Variante eher enttäuscht. Eigentlich waren es drei kurze Sprintstrecken. Viele freuten sich sichtlich darüber, dass es keine längeren Teilstrecken gab. Aber ich fand es irgendwie fad und langweilig. Noch dazu bekam man den Drehwurm. Zugegeben, publikumsfreundlich ist so eine Konstellation auf alle Fälle, keine Frage und es wurden die Athleten auch lautstark angefeuert und bejubelt! Da war eine tolle Stimmung! Super! Aber Ultralong ist einfach etwas anderes und das sollte man nicht so abändern.  Scheinbar war es nicht möglich auf der Karte Zelletau eine typische Ultralongbahn zu kreieren. Das macht ja nichts, dann macht man halt eine Mitteldistanz in Dreierschleifen daraus.

Aber nichts desto Trotz trumpften unsere beiden Golden Girls Sissi und Helga mächtig auf. Ebenso Irina, die vom Gelände her litauenähnliche Bedingungen vorfand. Sie siegte in der D21 L Klasse trotz einiger Fehler und nicht astreiner Karte.

Eine wahrlich beeindruckende Leistung bot Helga, die ihre Konkurrentinnen doch glatt um eine ganze Runde überholte! Unglaublich! Ein beleidigter Finger tat aber stolzer Freude keinen Harm an! Den wievielten AC Ranglistensieg in ununterbrochener Reihenfolge hat sie mit 597 Punkten nun erneut bereits in der Tasche? Ob sie es uns verrät? Wir gratulieren auf alle Fälle schon im Voraus.

Sissi läuft es nach längerer Durststrecke auch wieder gut. Fein! Schon wieder ein zweiter Platz. Bravo!

Adrian zauberte mit Schmerzen am Knie. Drei bis vier Minuten Rückstand bedeutete bereits Platz neun.

HG ärgerte sich über eine teilweise recht unlogische Kartenzeichnung und über irreführende Kinderfähnchenposten. Beide taten wir uns schwer verschiedene Grünstufen auseinander zuhalten und eingezeichnete Kulturgrenzen zu sehen.

Don’t worry, simply forget it!

Das OL Rad dreht sich weiter. Jede Station ist stets so oder so ein einschneidendes Erlebnis. Ich freue mich bereits sehr auf die ARGE ALP in Regensburg!

Bericht: Karin Lugsteiner

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